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Die echten Gründe, warum Du «nichts zum Anziehen hast».

Autorenbild: Seraina Winkler
Seraina Winkler
5. Aug.
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 7. Aug.


"Nothing to wear"- Illustration by Seraina Winkler
"Nothing to wear"- Illustration by Seraina Winkler

Vor dem Schrank stehen und nicht weiter wissen: Wenn ein Alltagsgefühl ganz sicher global geteilt wird, dann ist es dieses. Doch woher kommt dieses Gefühl der Überforderung überhaupt? Warum kann man plötzlich nichts mehr anfangen mit den Dingen, die man zu allem Überfluss auch noch selbst angeschafft hat? Manchmal sogar gerade noch vor zwei Tagen.


Das Phänomen klingt, wirkt und ist zwar absurd, aber gleichzeitig: sehr herleit- und erklärbar. Während die Herleitung historisch bedingt ist, gehen die daraus resultierenden Erklärungen mehr unter die Haut, als dass man augenscheinlich von Kleidern erwarten würde:


Mode stammt aus einer aristokratischen Weltordnung. Betonung auf: Ordnung. Kleidung war Ausdruck von gesellschaftlichem Stand und entsprechender Zugehörigkeit. Streng geregelt und ganz klar von aussen vorgegeben. Eben geordnet. Heute ist der Modemarkt ein vermeintlich demokratisiertes Medium zum Selbstausdruck. Sprich: Theoretisch kann jede/r alles tragen und sich selbst frei ausdrücken und verorten. Und genau hier findet die grosse Verunsicherung statt. Es wird Lifestyles, Zugehörigkeiten und Trends nachgejagt, statt einen eigenen Stil zu entwickeln. Jetzt wo jede/r jemand ist und sein kann, weiss man offenbar vor allem eins nicht: Wer ist man denn oder will man denn nun sein?


Keine Panik: Das lässt sich absolut klären. Nicht mit zusätzlichen Dogmen oder Regelsystemen, sondern mit ehrlichem Hinschauen. Deine äussere Erscheinung ist nämlich, wie so vieles: ein Inside-Job. Und damit auch: frei gestaltbar.

Im Folgenden die 10 häufigsten Gründe, warum unsere eigenen Garderoben uns plötzlich überfordern. Spoiler-Alert: Wie immer ist’s: simpel, aber signifikant:


  1. Du lässt Dich von der Modeindustrie einschüchtern. Nur weil der Markt und seine Medien etwas bewerben, heisst das nicht, dass Du es gutheissen musst. Du machst hier die Regeln! Das «Selbst» ist im Wort «Selbstausdruck» schon drin und aus stilistischer Perspektive: Immer IN!

  2. Du hast einen «Style Rot», sprich: Du trägst immer das selbe. Die gleichen Teile immer auf die gleiche Weise tragen führt unweigerlich zu: Langeweile. Kreativität ist hier der Schlüssel! Also: Mut zum Spiel.

  3. Deine Style Entwicklung ist in Deiner Garderobe noch nicht angekommen. Wir entwickeln uns, unsere Persönlichkeit sowie Lebensumstände und Präferenzen weiter. Dein Kleiderschrank darf das reflektieren. Stil ist Reisen – nicht Stillstehen.

  4. Du hältst an limitierenden Glaubenssätzen fest. Oft liegt das daran, dass Du Dich lieber kaschierst, um «dazuzugehören», statt Deine Persönlichkeit auszudrücken. Eindringlichstes Beispiel: Schwarz. Nein, geht nicht immer und muss auch nicht immer gehen. Vor allem dann nicht, wenn’s nicht zu Deiner Persönlichkeit passt.

  5. Du schöpfst Deinen Kleiderschrank nicht aus. In Einzelteilen statt in Kombinationen denken, limitiert enorm. Wie schon besprochen: Die Mischung macht den Look!

  6. Du kleidest eine Fantasie von Dir, statt Dich selbst. Persönlicher Stil hat auch stark mit dem eigenen, tatsächlichen Lebensstil zu tun. Wenn das nicht zusammenpasst, bist Du immer verkleidet.

  7. Impuls vs. Intention. Manchmal kauft man, des Kaufens willen. Das geht uns allen so. Vor allem Trends sind allerdings kein Stilgarant. Im Gegenteil, sie verwässern eher. Bewusstes Shoppen ist die Kunst, bewusst zu wählen.

  8. Es fehlen tatsächlich Basics. Auch die kreativsten Looks brauchen ruhige Elemente, die die Dramaturgie zusammenhalten. Wenn alles laut ist, wird’s schnell konfus.

  9. Du hast ausschliesslich Basics. Der Umkehrschluss zu Punkt 8 gilt hier: Wenn alles leise ist, wird’s schnell, einfach nur flach. Der Clue ist, ein persönliches Fundament zu entwickeln. Dieses ist ganz sicher nie nur "basic".

  10. Du bist dem Missverständnis der Capsule Wardrobe zum Opfer gefallen. Entgegen gängiger Meinung ist die Etablierung von Navy, Beige, Weiss und Schwarz als One-size-fits-all-Lösung, nicht was eine Capsule Wardrobe ausmacht. Eine Capsule Wardrobe ist eine, durch Deine Persönlichkeit, Lebensumstände und Geschmack kuratierte Basisgarderobe, die sich leicht untereinander kombinieren lässt. Sie kommuniziert: Dich. Individuell. Keine vorgegebene, einseitige Farbpalette. (Mehr dazu folgt in einem nächsten Post.) Die Liste könnte noch länger ausgeführt werden, die Kernaussage bleibt jedoch immer die gleiche: Persönlicher Stil hat nichts mit Regeln oder Restriktionen zu tun, sondern mit einem Selbstbild, das sich in Bekleidung ausdrückt. Die Rede ist vielmehr von Selbstführung & Haltung. Es geht weit über blosses Kleiderschrankmanagement hinaus und ist in erster Linie: Ein Inside Job.

    Wenn auch Du möchtest, dass Deine Garderobe künftig für Dich und mit Dir arbeitet: Unbedingt melden. Ich helfe Dir sehr gerne bei der visuellen Kommunikation von Dir selbst.




 
 
 

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